Das Bläserquintett „5um3“ –

in Rekordzeit zum Preisträger und nun auf Erkundungsreise durch das reizvolle Quintettrepertoire

Foto©FMBHW-Urban Ruths

Meret Louisa Vogel (Flöte
), Jiyeon Noh (Oboe
), Una Weske (Horn
), Annika Koll (Fagott
), Max Godinić (Klarinette)

Alle studieren an der Universität der Künste und sind bereits solistisch erfolgreich. Erst im Mai 2025 haben sie zusammengefunden und sind nun schon die Gewinner des Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerbs 2026 und des Sonderpreises der „Freunde Junger Musiker Deutschland“. Einen Titel hätten sie auch für den orginellen Namen verdient – „5um3“ bezieht sich auf die Proben der Fünf am Nachmittag.

„Ich finde es immer fantastisch, wie sich die Klangfarben mischen und ergänzen und auch widersprechen und neu zusammensetzen. Und da das so eine klassische Besetzung ist, gibt es unwahrscheinlich viel unterschiedliche Stücke dafür, von Klassik bis Moderne, und ich bin schon ganz gespannt, welche Entdeckungen wir noch für uns machen können.“

Das Bläserquintett „5um3“ konzertiert bei den Freunden Junger Musiker Berlin
 am 23. April 2026 um 19 Uhr in der Mendelssohn-Remise Berlin
, Anmeldung unter info@fjm-berlin.de

„Bläserquintett in Konzertlänge ist halt eine totale Konditionssache. Im Semester, wo ich schon sehr viel übe am Tag, Konzerte spiele, da ist ein solch langes Programm nicht mehr eine so riesige Hürde. Man muss einfach in der Übung sein. Natürlich ist es auch eine Sache des Ansatzes, der Ansatztechnik, es hat nicht nur mit der Luft zu tun…“

„Was wir mit dem Preisgeld machen? (Lachen)….Neue Noten kaufen, neue Oboen- und Fagottrohrblätter, Max braucht eine neue Klarinette…
Ja, wir legen auch Geld zurück, denn wenn man jung ist, braucht man dann doch mal irgendwann ein neues Instrument…“

Lesen Sie hier das Interview in voller Länge:

Es müssen sich ja erst einmal fünf auf der gleichen Wellenlänge zusammenfinden, um als Bläserquintett erfolgreich zu sein. Fantastisch, dass es bei Euch gleich gepasst hat. Habt Ihr am Anfang geahnt, wieviel Zusatz-Arbeit da auf Euch zukommt und musstet Ihr Euch in der Vorbereitung selbst einen Coach dazu suchen?

Meret
Wir wußten schon, dass mit dem Wettbewerb sehr viel Repertoirestudium verbunden ist, dass wir sehr viel lernen müssen dafür, und dass es dauert, bis sich ein Quintett formt und bildet und man einen gemeinsamen Klang findet. Unser Problem war, dass wir auch jeweils einzeln sehr viel zu tun haben, aber sobald wir dann alle zur gleichen Zeit mal beständiger in Berlin sein konnten, waren die Proben äußerst intensiv und gut geplant.“
Una
Es war wirklich toll, dass sich alle Professor:innen von uns die Zeit nehmen konnten und uns als Quintett zusammen mehrmals Unterricht gegeben haben.
Das war ein sehr breites Spektrum an Meinungen, und dann konnten wir uns auch
aussuchen, welches Stück wir mit wem noch konkreter besprechen wollen, wer bei welchem Stück mehr Expertin oder Experte ist.  Das war wirklich super, und ich bin sehr dankbar dafür. Es war unglaublich faszinierend, mit den verschiedenen Professor:innen zu arbeiten, denn alle sind so genial auf ihrem Gebiet und darüber hinaus.“

Beim Bläserquintett gilt es, an Balance und sauberer Intonation zu arbeiten. Was war über diese Basis hinaus für Euch wichtig?

Una
Dass trotzdem sich noch immer jeder auch persönlich zeigen kann, und dass jeder weiß, genau an welchen Stellen man hervortreten darf. Das ist erstaunlich schwer, wenn man immer die Rollen wechselt, mal zurückgenommen, mal ein Solo.
Meret
Es gab auch so einen Moment – zwei, drei Wochen vor dem Wettbewerb – , wo alle Professorinnen und Professoren uns in etwa dasselbe Feedback gegeben haben: ja, es ist alles total schön und der Gesamtklang ist toll, aber jetzt müsst Ihr noch mehr aus Euch herauskommen und zeigen, dass Ihr alle ganz unterschiedliche und interessante Persönlichkeiten seid.

Hat es denn eine Stimme oder ein Instrument im Bläserquintett besonders schwer?

Una
„Also – alle haben es schwer! (lacht) Wir beide zum Beispiel sind extrem gegensätzlich, die Flöte ist meist zu leise und das Horn ist meist zu laut…..
Und dass alle die gleiche Dynamik und Intonation finden ist teilweise sehr anstrengend,
zum Beispiel bei den ganz weiten, leisen Schlussakkorden in Hindemiths „Kleiner Kammermusik“ oder dem Quintett von Anton Reicha.“
Meret
Für mich war es auch eine neue Erfahrung, dass ich oft zu leise war, weil ich dachte, es wird zu laut, wenn die Flöte so über allen anderen Stimmen liegt. Aber ich habe hier gelernt, dass ich mich mehr trauen und mehr geben darf.

Foto©FMBHW-Urban Ruths

Im Orchester sitzen die Bläser, ist Spielen im Stehen, wie Ihr es im Wettbewerb gemacht habt, schwieriger?

Meret
Über dieses Thema haben wir viel nachgedacht. Wir hatten dazu auch eine interessante Unterrichtsstunde bei meiner Professorin Christina Fassbender, und sie hat uns gesagt, im Sitzen ist der Klang etwas homogener, runder. Wir haben wochenlang nur im Sitzen geprobt, haben uns dabei auch etwas sicherer gefühlt, besonders bei den Soli. Dieses Stehen dagegen, das hilft, finde ich, so ein bisschen dabei, dass man doch solistisch etwas mehr herauskommt ,und es hat sich für uns auch aktiver angefühlt.
Una
„Ich bin im Stehen viel weniger in den Modus gekommen, einfach nur die Töne zu spielen und mich mitziehen zu lassen, war auch etwas nervöser. Aber ich glaube doch, dass das Spielen im Stehen sich letztlich gelohnt hat.“

Im Orchester oder in einem Solokonzert gibt es immer Stellen, wo man mal eine Weile Pause hat, gewissermaßen durchatmen kann. Ihr habt im Wettbewerb zum Teil 45 Minuten ununterbrochen gespielt, wie trainiert Ihr überhaupt „das mit der Puste“?

Una
Also, die ersten Konzerte waren für mich total anstrengend, da dachte ich schon nach der ersten Hälfte, oh…..
Mein Professor sagt immer, atmen muss man nicht lernen, das kann man – aber natürlich sind wir im Training, seit wir das Instrument lernen.
Meret
Es ist halt eine totale Konditionssache. Im Semester, wo ich schon sehr viel übe am Tag, Konzerte spiele, da ist ein solch langes Programm nicht mehr eine so riesige Hürde. Man muss einfach in der Übung sein. Natürlich ist es auch eine Sache des Ansatzes, der Ansatztechnik, es hat nicht nur mit der Luft zu tun…..

Foto©FMBHW-Urban Ruths

Was hat Euch am Bläserquintett fasziniert? Ihr könnt jetzt ein wenig Werbung für die Gattung machen….

Una
Ich finde es immer fantastisch, wie sich die Klangfarben mischen und ergänzen und auch widersprechen und neu zusammensetzen. Ich denke da gerade an das Stück von Nielsen, da spielen wir so verschiedene Sachen, mal alleine, mal mit ein, zwei anderen zusammen, also diese Vielfalt in einem so kleinen Ensemble, das ist eine Herausforderung zu spielen, aber auch das unglaublich Tolle daran. Und da das so eine klassische Besetzung ist, gibt es unwahrscheinlich viel unterschiedliche Stücke dafür, von Klassik bis Moderne, und ich bin schon ganz gespannt, welche Entdeckungen wir noch für uns machen können – Ideen haben wir schon gesammelt….

Beide Auszeichnungen jetzt beim Felix Mendelssohn Bartholdy Hochschulwettbewerb waren gut dotiert, was macht Ihr denn mit dem Preisgeld?

(Lachen und spontane Antwort der beiden:)
….Neue Noten kaufen, neue Oboen- und Fagottrohrblätter, Max braucht eine neue Klarinette….
Ja, wir legen auch Geld zurück, denn wenn man jung ist, braucht man dann doch mal irgendwann ein neues Instrument…
Meret
Vor allem aber haben wir uns außerordentlich gefreut und sind dankbar dafür, durch den Preis der „Freunde Junger Musiker Deutschland“ mehrere Konzerte geben zu können. Man sucht ja immer nach Auftrittsmöglichkeiten, was nicht einfach ist. Und dieser Preis hält uns zusammen und ermöglicht uns nun, als Ensemble weiterzuarbeiten.

Cornelia Schönberg© Freunde Junger Musiker Berlin, März 2026